Rahmenplanung Zähringen

Der Freiburger Norden ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mit dem Güterbahnhofareal und zukünftigen weiteren neuen Gebieten im Norden von Zähringen werden mehr Menschen im Stadtteil leben. Dies hat auch Auswirkungen auf die sozialen Infrastrukturen, wie zum Beispiel Schulen, Kitas und Sportvereine sowie Spiel- und Sportflächen. Die derzeit schon begrenzte öffentliche Fläche muss sehr sorgsam zwischen den unterschiedlichsten Bedarfen aufgeteilt werden.
Der Rahmenplan hat die Aufgabe, die weitere Entwicklung zu strukturieren und dient als Orientierung für die zukünftigen Planungen im Stadtteil. Gefördert wird die Erstellung des Rahmenplans durch das Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg. Das Förderprogramm unterstützt die Reaktivierung und Entwicklung von brachliegenden oder ungenutzten Flächen innerhalb bebauter Gebiete ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
Fokusgebiet
Die Fläche, die besonders viel Potenzial zur Innenentwicklung bietet, wird hier als Fokusgebiet beschrieben. Die Fläche befindet sich zentral im Rahmenplangebiet in der Lameystraße, westlich der Gleise der Rheintalbahn. Darin finden sich der Friedhof Zähringen, der Zähringer Park, das ehemalige Thermalbad, das Bürgerhaus und die Jahnhalle, die ehemalige Gärtnerei Hügin sowie die Flächen des Sportvereins. Der Großteil der Flächen sind derzeit einerseits mit öffentlicher Nutzung versehen, wie der Friedhof, wie Sportflächen des lokalen Sportvereins oder Freiflächen wie der Zähringer Park. Andererseits kann die Fläche als öffentlicher Raum betrachtet werden. Dieser nimmt sehr wichtige Funktionen innerhalb des Stadtviertels ein. Hier treffen Menschen aufeinander und stehen im Austausch. Im öffentlichen Raum machen die Leute Sport, hier gehen sie spazieren, hier wird sich ausgeruht oder gespielt - oder einfach nur ungestört „abgehangen“.
In der vorangegangenen Analyse konnte eine besondere Notwendigkeit für die Bearbeitung der Themen Bewegung und Sport, Bildung und Betreuung sowie Zusammenhalt und Integration festgestellt werden. Daher stehen eben diese Themen im besonderen Interesse der Bearbeitung.
Vorgehen
Drei beauftragte Planungsbüros entwerfen im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung in einer ersten Phase unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Sie erstellen jeweils ein Konzept, wie sich das Gebiet entwickeln könnte. Per Bewertungskommission wird über die Gewinnervariante abgestimmt und damit eine zweite Phase, die vertiefte Ausarbeitung, eingeleitet. Am Ende der zweiten Phase wird das Ergebnis öffentlich präsentiert und der Rahmenplan vom Gemeinderat beschlossen.
Ablauf der Mehrfachbeauftragung
Phase 0
Der Projektauftakt ist ein Stadtspaziergang. Er findet statt, nachdem die Planungsbüros beauftragt wurden und die Online-Beteiligung beendet ist. In dieser Beteiligung konnten interessierte Zähringer Bürger*innen ihre Hinweise zum Rahmenplangebiet direkt in einer Karte eintragen. Teilnehmende am Stadtspaziergang sind die beauftragten Büros, zentrale Akteur*innen aus dem Stadtteil, Vereinsvertretungen, Zufallsbürger*innen sowie die Stadtverwaltung.
Der Stadtspaziergang besteht aus zwei Teilen. Zunächst erfolgt ein Rundgang durch das Rahmenplangebiet. Die städtischen Ämter erläutern dabei Herausforderungen und Bedarfe vor Ort. Im Anschluss findet ein kurzer Workshop statt. Dort können Teilnehmende Fragen stellen und ihre Einschätzungen mit den Büros teilen.
Die drei Planungsbüros integrieren die Hinweise der Ämter und die Beiträge der Bürger*innen in ihre Konzepte. Der Bearbeitungszeitraum reicht von Ende März bis Anfang Juli. Ergebnisse sind ein Rahmenplan und begleitende Entwicklungsstudien. Die dem Rahmenplan zugrunde liegende Mehrfachbeauftragung ist in zwei Phasen gegliedert:
Phase 1
In der ersten Phase erarbeiten drei Planungsbüros Vorschläge für unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten.
Juryentscheidung
Dann sollen die erarbeiteten Konzepte im Rahmen eines „Akteursdialogs“ präsentiert und durch eine Jury bewertet werden. Die Bürger*innen haben die Möglichkeit, ihre Gedanken zu den Entwürfen mitzuteilen und Fragen zu stellen. Anschließend wird eines der drei erarbeiteten Konzepte von der Jury ausgewählt.
Phase 2
In der zweiten Phase wird ein Büro mit dem favorisierten Konzept zur Ausformulierung und Finalisierung der Rahmenplanung beauftragt. Das Gewinnerbüro wird ihr Konzept für den Rahmenplan und den favorisierten Testentwurf auf Grundlage der Kommentare und Anmerkungen der Jury vertiefend ausarbeiten und finalisieren.
Ausstellung
Zum Abschluss findet eine öffentliche Ausstellung des Siegerkonzepts an einem zentralen Ort in Zähringen statt.



