72. Sitzung | 16. Juli 2026, 14 Uhr
TOP 3: Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit Café und Backshop (Berichterstattung)
Elsässer Straße 42 | Mooswald
Bauherr*in: Heitzmann Verwaltungs GmbH, Bad Krozingen
Planverfasser*in: ARCHITEKTURBÜRO RUCH & PARTNER, Bad Krozingen
Protokoll
Das Wohn- und Geschäftshaus soll an einer städtebaulich bedeutenden Stelle in der Stadtteil Mitte errichtet werden. Der Gestaltungsbeirat würdigt die sehr positive Weiterentwicklung des Projekts.
Alle wesentlichen Anregungen, wie eine Beruhigung des Baukörpers hinsichtlich Volumina und Proportionen, die Verwendung eines hochwertigeren Fassadenmaterials sowie die Aufwertung der „rückwärtigen“ Fassadengliederung, wurden aufgegriffen und positiv weiterentwickelt. Die Kubatur sowie das überarbeitete Erscheinungsbild des Gebäudes schaffen nun eine stimmige und qualitätsvolle Ecksituation.
Einzelne gestalterische Punkte sollten noch weiterentwickelt werden, insbesondere die sehr kleinen Badezimmerfenster sowie die Nebenraumfenster im Erdgeschoss stören das ansonsten stimmige Fassadenbild. Der Beirat empfiehlt, diese Öffnungen durch gut integrierte, perforierte Fassadenpaneele, die sich farblich harmonisch in die Fassade einfügen, stärker zurückhaltend zu gestalten. Dadurch kann das Erscheinungsbild der Fassade weiter geschärft und zugleich die gewünschte Uneinsehbarkeit gewährleistet werden.
Aus Sicht des Beirats könnte im Bereich des Sockelgeschosses eine Differenzierung der Materialität gegenüber den Obergeschossen in Betracht gezogen werden. Zudem wird angeregt, im Detail zu prüfen, ob die Wandstelzen im Erdgeschoss etwas kräftiger ausgebildet werden können.
Insgesamt ist der Baukörper mit seiner durch Sichtbetonbänder gegliederten Gestaltung in der vorgeschlagenen Geschossigkeit für diese städtebaulich bedeutende Ecksituation aus gestalterischer Sicht gut vorstellbar.
Nachdem das Gebäude nun eine überzeugende gestalterische Qualität erreicht, empfiehlt der Gestaltungsbeirat, diese Qualität auch in der Freiraumgestaltung fort zu führen. Es wird angeregt, die Freianlagen in enger Zusammenarbeit mit einem Landschaftsarchitekten weiterzuentwickeln, um einen hochwertigen und klimagerechten Freiraum zu schaffen. Zusätzliche Gestaltungsspielräume könnten entstehen, wenn ein Teil der Fahrradstellplätze in das Gebäude verlagert wird. Dadurch ließe sich nicht nur die Qualität der Außenterrasse deutlich steigern, sondern es eröffneten sich auch Möglichkeiten, die Freianlagen insgesamt großzügiger und qualitätsvoller zu gestalten.
Großbäume sollten, soweit möglich, insbesondere auch im Bereich der Café-Außenterrasse gepflanzt werden, um dort auch in den Sommermonaten eine hohe Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Darüber hinaus sollte der Versiegelungsgrad insgesamt weiter reduziert werden. Die qualifizierte Freiflächengestaltung sollte nach Überarbeitung des Freiraumkonzepts unter Berücksichtigung dieser Hinweise der Verwaltung erneut vorgelegt werden.
Mit Blick auf die beengte Freiflächensituation empfiehlt der Beirat zudem, die Themen Entfluchtung und Feuerwehraufstellflächen frühzeitig mit der Freiburger Feuerwehr abzustimmen.
Die vorliegende Weiterentwicklung wird der stadträumlichen Bedeutung des Projekts in guter Weise gerecht. Angesichts der erreichten Qualität ist eine erneute Befassung des Gestaltungsbeirats nicht erforderlich. Die weitere Ausarbeitung kann in enger Abstimmung mit der Verwaltung erfolgen. Der Gestaltungsbeirat wünscht dem Projekt für die weitere Planung und Umsetzung viel Erfolg und freut sich auf eine positive Entwicklung und Umsetzung des Vorhabens.